Kite Foil Board selber bauen DIY

Wer mit dem Kitefoilen angefangen hat, wird irgendwann feststellen, dass man eigentlich mit jedem Brett auf dem Foil fahren könnte. Gute Foil Boards sind nicht gerade günstig und mit etwas handwerklichem Geschick kann man sich auch ein Kite Foil Board selber bauen.

Holzbauweise

Am einfachsten ist es sich ein Kite Foil Board aus Holz selber zu bauen. Entscheidend sind dabei im Grunde 4 Faktoren:

  1. Gewicht
  2. Steifigkeit
  3. Haltbarkeit
  4. Rocker Nose

1. Gewicht – Holz Auswahl

Beim Holz sollte man darauf achten, dass dieses nicht zu schwer ist und dennoch genügend Stabilität bietet. Stabiles Holz gibt es genügend, aber meist ist es dann auch schwer. Am geeignetesten ist Paulownia Holz. Das Holz ist extem leicht und sehr stabil. Aus dem Holz werden auch Surfboards produziert und es wird oft als Kern z.B. für TwinTips genutzt. Paulownia Holz ist in Deutschland nicht ganz so einfach zu bekommen. Im Bauhaus Baumarkt gibt es dieses aber verschiedene Plattengrößen. Man sollte darauf achten, dass man Platten bekommt welche nicht zu stark zusammen geklebt sind und aus einem einheitlichem Stück sind.

2. Steifigkeit

Um dem Paulownia Holz genügend Steifigkeit zu verleihen, muss man dieses entweder mit vielen Lagen Glasfaser laminieren, oder man kann das Holz zersägen und in mehreren Schichten wieder erneut zusammen laminieren. Ich habe das Holz so gelassen wie es ist und über spezielle Laminate verstärkt. Zum einem kann man an den Mastaufnahmepunkten verstärkt Carbon einlaminieren und einen Carbon Stringer über die gesamte Länge des Boards mit verarbeiten. Anstatt normales Glasfaser zur Laminierung zu verwenden, kann man auf andere Laminate zurückgreifen, welche mehr Steifigkeit mit sich bringen. Entweder laminiert man gleich mit Carbon oder man nutzt ein Aramid Laminat mit Verstärkungen.

3. Haltbarkeit

Um das Board langlebig haltbar zu machen sollte man es mit genügend Laminat Schichten und Epoxy / Epoxid Harz verarbeiten. Das schütz davor, dass das Holz Wasser zieht und aufnimmt. Je besser man auch die Kanten verarbeitet und schützt, desto unanfälliger ist es gegen Stöße und Kratzer.

4. Rocker Nose

Ein Knackpunkt bei der Holzbauweise ist dem Board eine Rocker Nose zu geben, so dass Board bei TouchDowns auf der Wasseroberfläche nicht gleich eintaucht und man stürzt. Natürlich kann man auch ohne Rocker Nose foilen, aber bei TouchDowns wird man mit hoher Sicherheit stürzen. Um dem Board eine Nose zu geben, kann man entweder das das Profil als Seitenansicht mehrfach auf dem Holz aufzeichnen und aussägen und neu zusammenkleben. Das gibt zugleich mehr Steifigkeit, aber ist natürlich auch aufwändiger. Eine andere Möglichkeit ist, nachdem man den Rohling aus dem Holz gesägt hat die Nose einfach abzusägen und schräg wieder an das Board mit Epoxy Harz zu kleben. Durch die spätere Laminierung ist das ausreichend haltbar um TouchDowns besser zu kontrollieren.

Arbeitsschritte

1. Schablone erstellen und Rohling aussägen

Um einen Rohling aus dem Holz zu sägen, empfliehlt es sich vorher eine Schablone anzufertigen, welche die Form vorgibt. Dann kann man diese einfach auf das Holz legen und aussägen. Das Paulownia Holz ist leicht zu sägen und kann man jeder handelsüblichen Stichsäge ausgesägt werden. Bei der Schablone ist es wichtig die Mastaufnahme mit anzudenken, also wo sind die Löcher vom Mast.

2. Mastlöcher mit Epoxy ausgiessen

Wen man eine Mastaufnahme mit M6 / M8 Schrauben hat, da empfiehlt es sich Schrauben zu verwenden, welche von oben durch das Board geführt werden und mit dem Foil verschraubt werden. Natürlich könnte man auch Gewinde mit im Board verarbeiten, ist natürlich dann aufwändiger. Um die Schrauben von oben durch das Board zu führen, müssen die Löcher gross genug aufgebort werden, um diese mit Epoxy auszugiessen, damit dann später für die passende Schraubengröße das Loch in das Epoxy gebohrt wird. Das Epoxy ist haltbarer und schütz den Kern vor dem Wasser.

3. Board laminieren

Wenn der Rohling steht, die Löcher für die Mastaufnahme geschliffen sind dann kann man mit dem laminieren starten. Sinvoll ist es das Holz vorher einmal mit Epoxy einzustreichen, dadurch erhöht sich die Haftbarkeit der Laminatdecke. Man beginnt mit einer Seite das Laminat zu verarbeiten und muss dann warten bis dieses trocken ist. Dann laminiert man die andere Seite. Das ganze muss man je nach Laminattyp und Steifigkeit so oft wiederholen, bis das Board steif genug ist.

4. Löcher für die Mastaufnahme bohren

Sobald das Laminat trocken ist, alles geschliffen ist, kann man die Löcher für die Mastaufnahme bohren. Am besten nimmt man dafür die Mastplate als Schablone und bohrt dann die Löcher rein.

5. Fusspads aufkleben

Auf die Oberseite müssen zum Schluss noch die Fusspads verklebt werden. Man kann entweder über die gesamte Fläche ein Pad verkleben oder man nimmt mehrteilige Pads von Surfboards.

Material

  1. Paulownia Holz
  2. Aramidgewebe 170g
  3. Biaxial Carbongewebe 200g/m2
  4. Epoxidharz 4305 + Härter 140-F
  5. Fusspad WMFG Stubby Six Pack Traction
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