Das Prinzip Kite Foilen

Kitefoilen oder auch Hydrofoilen ist derzeit ein angesagter Trend und man findet an den Spots immer mehr Kiter, die dieser Disziplin nachgehen. Der große Vorteil liegt dabei in der Möglichkeit schon bei wenig Wind aufs Wasser zu kommen und Spaß zu haben. Erfahrene Foiler können das bei 6-8kn und für den Hobby Foiler eigenen sich, je nach verfügbarem Equipment, Windstärken ab 9-10kn. Das steigert natürlich die Anzahl der Tage, an welchen man aufs Wasser gehen kann und man ist unabhängiger von stärkeren Winden. Sicherlich kann man die Tage auf dem Wasser durch das Kitefoilen um das Zwei- bis Dreifache steigern, vorausgesetzt man hat auch die Zeit.

Das Prinzip Hydrofoil

Das Prinzip des Hydrofoilens ist schon lange bekannt und wird in anderen Bereichen, wie im Schiff- und Bootsbau, genutzt. Unter dem Foilboard wird an der Unterseite eine schwertähnliche Verlängerung befestigt. Diese wird als Mast bezeichnet. Daran werden wiederum Tragflächen (Flügel / Wings) ähnlich dem Tragflügelboot angebracht. Ab einer bestimmten Geschwindigkeit heben die Tragflächen das Brett durch dynamischen Auftrieb aus dem Wasser.

Ähnlich wie beim Flugzeug ist der Druck unter dem Flügel höher, als über dem Flügel und dadurch bekommt dieser Auftrieb. 

Der geringe Widerstand, den das Foil im Wasser hat, ermöglicht enorme Upwind Möglichkeiten. Höhelaufen ist beim Kitefoilen kein Problem. Zugleich durch die Eigengeschwindigkeit beim Upwind Fahren und die eigentliche Windgeschwindigkeit im Kite eine höhere relative Windgeschwindigkeit erzeugt wird. Vereinfacht gesagt fährt man gegen den Wind und die Geschwindigkeiten addieren sich auf.

Die Querachse (Pitch Axis)

Die Kontrolle der Querachse entscheidet darüber, ob das Board nach unten oder nach oben gesteuert wird. Das Ziel eines jeden Foilkiters besteht darin, das Board auf einem mittleren Niveau stabil zu halten und weder nach oben noch nach unten zu steuern. Belastet der Kiter also den hinteren Fuß, steigt die Brettspitze nach oben, belastet er hingegen den vorderen Fuß, neigt sich die Brettspitze Richtung Wasseroberfläche. In der normalen Verdrängungsfahrt sorgt die Belastung des vorderen Fußes auch dafür, dass das Board auf der Wasseroberfläche bleibt und nicht nach oben steigt.

Die Längsachse (Roll Axis)

Die Position der Füße während der Startphase entscheidet im Grunde bereits über Erfolg und Misserfolg. Dabei ist der vordere Fuß von geringerer Bedeutung, da seine Position an die der Fußschlaufe gebunden ist und wenig variieren kann. Dem hinteren Fuß kommt jedoch eine zentrale Bedeutung zu. Steht er in der Startphase bereits zu weit auf der Luvkante, rollt das Board beim Aufstieg unter dem Fahrer weg, was zu einem Sturz auf den nach oben kommenden Flügel führen kann. Steht er dagegen zu weit auf der Leekante, dreht das Board im Moment des Aufstiegs nach vorn weg.

Die Höhenachse (Yaw Axis)

Diese beschreibt die Richtungsfahrt des Foilboards, also ob man dieses nach links oder rechts steuert.

Fazit

Viele empfinden das Erlernen des Kitefoilens wie neu Kiten zu lernen. Es ist sicherlich nichts für Kiteanfänger sondern eher eine Disziplin für den erfahrenen Kiter, der eine gute Kite Kontrolle und Erfahrungen mit unterschiedlichen Windbedingungen hat und die äußeren Faktoren gut einschätzen kann. Dennoch muß man sich erstmal auf das neue Gefühl und die Belastung der unterschiedlichen Achsen einstellen.

Bei idealen Bedingungen und der richtigen Equipment Auswahl kann man schon nach ein bis zwei Stunden die ersten Lernerfolge verzeichnen. Danach gilt es dann weiter machen und üben. Wenn der Knoten erstmal geplatzt ist und man ein gutes Grundgefühl hat erzielt man schnell eine gute Progression.

Viel Spaß beim Trainieren und Fliegen.

Total
0
Shares
1 comment

Comments are closed.

Related Posts
Mehr lesen

Kite Foil Board selber bauen DIY

Wer mit dem Kitefoilen angefangen hat, wird irgendwann feststellen, dass man eigentlich mit jedem Brett auf dem Foil…