Die ersten Kitefoil Schritte

Alles zu Windstärken, der richtigen Kitegröße, Foil und Board Auswahl, Transport und Wasserstart

Revier Auswahl

Für Beginner ist es am besten Reviere auszuwählen, in welchen man noch gut stehen kann und dennoch genügend Wasserspiegel hat, damit das Foil keinen Bodenkontakt bekommt. Man muss dabei bedenken, dass das Foil mit dem Board beim Start schräg im Wasser liegt und die Spitze des Wings schnell mal den Boden berühren kann. Gerade am Anfang wird man oft ins Wasser fallen. Da kann es helfen in Stehrevieren zu üben, um sich auch im Notfall und bei Windabfall selber gut retten zu können. 

Dabei ist auch zu beachten, dass man bei Onshore / auflandigen Wind-Bedingungen anfangen sollte, um nicht abgetrieben zu werden. 

Idealerweise sollte der ausgewählte Spot groß genug sein, damit man nicht mit anderen Kitern in Berührung kommt. Am Anfang fällt es sehr schwer die Richtung des Foils sauber zu beeinflussen und das Foil schnell zu stoppen.

Wind Stärken

Für die ersten Trainingsversuche sollte man bei konstanten, wenig böigen Bedingungen aufs Wasser gehen. Das macht einem die Koordination von Board, Foil, und Kite erheblich leichter. Sinnvoll ist es mehr Druck im Schirm zu haben, um sich an das gesamte Handling zu gewöhnen. Ideal Bedingungen liegen dabei in der Range von 14-18kn. Bei zu viel Wind kann kann es schnell passieren, dass einen der Schirm vom oder über das Board zieht.

Kite Größe

Viele empfehlen zum Lernstart die gleichen Schirmgrößen zu nutzen, wie beim normalen Kiteboarding. Für einen Kiter mit 75-80kg Gewicht und 14kn könnte man demnach einen 12m2 Kite verwenden. Es kann aber für das Handling am Anfang leichter sein, einen etwas kleineren Kite zu wählen, welcher bei einer Fehlsteuerung nicht zu viel Zug entwickelt. Denkbar wäre z.B. sich bei 14kn für einen 9m2 oder 10m2 Kite zu entscheiden.  

Foil und Board Setup

Für den Anfang empfiehlt es sich mit einem Surf Foil zu starten, da der Flügel genügend Auftrieb und Stabilität bietet. Je nach Gewicht des Kiters sollte die Fläche des Front Wings zwischen 1.250cm2 und 1.600cm2 liegen. Es ist auch ratsam einen Flügel auszuwählen, welcher ein etwas dickeres Profil hat. Das gibt zum einen noch mal Auftrieb und verringert die Endgeschwindigkeit und macht es besser kontrollierbar. Wenn man schon auf dem Directional Board genügend Strapless Erfahrungen gesammelt hat, kann man probieren auch beim Foilen gleich Strapless zu starten. Um einen leichten Wasserstart zu praktizieren, ist es sinnvoll ein Board mit TwinTip Bauweise zu nutzen, da dieses aufgrund seines geringen Volumens nicht so schnell aufschwimmt, beim Starten unter Wasser bleibt und besser kontrollierbar ist. Sollte man nicht viele Erfahrungen mit dem Strapless Fahren haben, ist es hilfreich für den vorderen Fuß eine Fußschlaufe zu platzieren. Diese muss nicht eng sein, sondern dient dazu beim Starten das Board besser an den Füßen zu halten.

Transport

Um an den Spot zu kommen kann man das Board auf der Schulter tragen. Das Board sollte dabei vorne und das Foil hinten sein, so das man beim Stürzen nicht auf das Foil fällt. Man muss beim Tragen aufpassen, dass man mit den Kanten des Foils nirgendwo gegen stößt und das Foil kaputt macht. Sobald der Kite in der Luft ist, kann man leichte Boards und Foils entweder in die Hand nehmen oder bei etwas schweren Setups das Board unter den Arm. Dabei ist darauf zu achten, dass Board und Foil zu der windabgewandten Seite getragen werden. Im Wasser empfiehlt es sich sich das Board rücklings auf die Wasseroberfläche zu legen und über das Foil zu schieben. Sobald das Wasser tief genug ist kann man das Board ins Wasser legen und entweder über die Kante schieben, oder wenn man nicht mehr stehen kann einen Bodydrag zu machen.

Wasser Start

Beim ersten Starten macht es Sinn, die Richtung / Seite auszuwählen, bei welcher man auch beim TwinTip und Directional fahren besser klar kommt. Das Board und Foil müssen vor einem liegen und der Kite wird auf 12 Uhr positioniert. Die Ausrichtung des Boards sollte leicht mit der Windrichtung sein. Den hinteren Fuß stellt man auf / über den Mast und den vorderen Fuß weit genug nach vorne auf das Board, um den Lift des Foils ausgleichen zu können. Die Füße müssen dabei eher über der Mittelachse bzw. unter dieser liegen, damit das Board im Wasser entsprechend verdrängt werden kann. Sind die Füße zu weit oben, schwimmt das Board auf und man kann nicht mehr starten. 

Hat man alles ausgerichtet, zieht man den Schirm in die gewünschte Fahrtrichtung. Dabei muss man aufpassen, dass man diesen aber nicht zu weit runterzieht, da man sonst zu schnell über das Board gezogen wird. Befindet sich der Schirm zwischen 10/11 Uhr oder 13/14 Uhr, hat dieser genug Zug entwickelt, um sich aus dem Wasser auf das Board ziehen zu lassen. Dabei sollte man immer leicht Downwind starten und nie zu stark Upwind.

Beim Starten ist es wichtig darauf zu achten, dass man sein Gewicht nicht nach hinten verlagert, so wie man es eigentlich aus dem TwinTip fahren gewohnt ist, sondern das Gewicht auf den vorderen Fuß legt und versucht das Board beim Starten erstmal auf dem Wasser zu halten, um dem Flügel nicht gleich zu viel Auftrieb zu geben. Man redet dabei von der Verdrängerfahrt. Dabei liegt das Board wie beim Directional fahren auf dem Wasser. Das Starten und die Verdrängerfahrt sollte man erstmal in beide Richtungen üben und ein Gefühl dafür bekommen, wie man mit dem vorderen Fuß das Board auf dem Wasser hält. Man merkt durch den Auftrieb des Foils, dass es sich doch wackelig anfühlt. Sobald man ein gutes und sicheres Gefühl für die Verdrängerfahrt hat, kann man probieren mit dem Druck auf dem vorderen Fuß zu spielen, dabei testen wie das Board aus dem Wasser kommt und versuchen es wieder runterzudrücken.

Webseite / AppLink
Duotone Acadamyhttps://www.duotonesports.com/kiteboarding/academy-app/
Gleiten.TVwww.gleiten.tv
Kitereisen.TVhttps://www.kitereisen.tv/kitesurfen-lernen/foilen/
Kite Buddyhttps://www.youtube.com/playlist?list=PLpZCIB3GdbyJKj1DDX8IxaIUazIAD95K5

Tipps und Tricks

Um schnell besser zu werden und sich über Material zu informieren, gibt es im Internet und über Apps gute Hilfestellungen. Oft hilft es sich Tutorials anzusehen, um herauszufinden, was man bei Manövern falsch macht und damit sich die Fehler nicht verselbstständigen.

Total
0
Shares
1 comment

Comments are closed.

Related Posts